Galerieeröffnung

Gisela Clement
Michael Schneider

Ausstellung
16. November – 18. Dezember 2010
Zur Eröffnung unserer neuen Galerie geben wir einen Ausblick auf das Ausstellungsprogramm 2011.

Tiefe Konzentration, Kraft und Sensibilität sprechen aus den Werken der amerikanischen Künstlerin Max Cole (geb. 1937 in Hodgeman County, Kansas, USA; lebt in Ruby, New York, USA), die seit Jahrzehnten im internationalen Kunstbetrieb Beachtung finden. Jedes Artefakt gibt Auskunft über die innere Haltung der Ausführenden, denn die kurzen, vertikalen Striche, die Verbindungen schaffen zu den horizontal geführten Farbbahnen, werden unzählig gereiht aus der Hand präzise sowie dicht an dicht gesetzt. Aus der Nahsicht erschließt sich ein unerwarteter Reichtum von Farbnuancierungen und filigranen Strukturen. Zeit, Licht, Stimmung, Umgebung, Landschaft, Natur, Schöpfung – Einheiten eines gesamten Lebens sedimentieren zum Werk.

Der in Köln lebende Maler Peter Tollens (geb. 1954 in Kleve) ist ein Hauptvertreter der essentiellen Malerei. Seine kleinformatigen graphischen Blätter vermitteln einen Eindruck  von der Offenheit und Grundsätzlichkeit seines Werkprozesses. Von Naturbeobachtungen ausgehende Studien bereiten Strich- und Formfindungen vor und leiten wiederum über in den Prozess seiner ungegenständlichen Malerei, für die Monochromie nur ein erster Notbegriff sein kann, denn die Werke sind eigentlich entschieden polychrom. In ihrer uneingeschränkten Autonomie vermögen sie, einen individuellen Assoziationsreichtum freizusetzen. Ähnlich zu Max Cole sind die Gemälde Sediment. Spuren des Malprozesses, Farbschichtungen, extremer Nachvollzug von Pinselsetzungen, dadurch Struktur bis hin zur Tektonik bilden hier einen Teil des Speichers. Wechselndes Licht vermittelt ihre multiplen Charaktere.

Werner Haypeter  (geb. 1955 in Helmstedt, lebt und arbeitet in Bonn und Düsseldorf) schafft Bilder ohne im eigentlichen Sinne Maler zu sein. Die Eigenqualität der von ihm gewählten Materialien, ihre Kombination bzw. vorsichtige Ergänzungen sowie Erweiterungen charakterisieren seinen Werkansatz. So ist er gleichermaßen Zeichner und Bildhauer. Für den Betrachter häufig nicht leicht zu erschließen sind die spezifischen Ab- bzw. Herleitungen, die häufig einen konsequent mathematisch-technischen Hintergrund haben. Ohne ironisch zu werden, spielt er sein Glasperlenspiel und enthüllt so einen Zauber der Dingwelt aus dem Formalen.

Tim Trantenroth (geb. 1969 in Waldsassen, lebt in Berlin) interessiert sich als Künstler für die Übersetzung real erlebbarer Architektureindrücke in eine malerische  Verdichtung. Teilweise in extremen Reihungen serieller Architekturelemente mit wechselnden oder uneindeutigen Perspektivillusionen und kräftigem Farbeinsatz, teilweise durch Isolation und Freistellung einzelner Komponenten erreicht er gekonnt faszinierende Bildwirkungen, die zwischen subtiler Sensibilität und Brutalität schwanken und auf jeden Fall beim Betrachter für Verstörung sorgen.

Die malerisch subjektive Umsetzung individueller Architektur- bzw. Raumeindrücke ist auch das Thema des Malers Friedhelm Falke (geb. 1958 in Verden/Aller, lebt in Köln). Er untersucht Licht und Schatten im Raum auf ihre farbmalerischen Qualitäten und schafft in sehr freier Umsetzung Bilder, die den Rückbezug auf ihre Inspiration häufig nicht mehr zulassen bzw. zum Bildverständnis nicht voraussetzen. Seine Werke zeigen häufig deutliche Spuren des Malaktes, der so ebenfalls im Bewusstsein verbleiben soll.

 

16.11.2010 - 18.12.2010