How Things Shouldn’t Be Done

John Divola, Sebastian Fritzsch, Antje Guenther, Annika Kleist, James Nizam, Ian de Ruiter

kuratiert von Alexander Basile

Vernissage: 23.06.2016, 19.00 Uhr

Öffnungszeiten
24.06. – 01.09.2016
Mittwoch – Freitag 14.00 18.00 h,
Donnerstag 14.00 – 22.00 h,
Samstag 13.00 – 17.00 h
und nach Vereinbarung auch in der Sommerpause vom 17.07. – 21.08.2016

 

„How Things Shouldn’t Be Done“ behandelt Fragen des Wandels und zeigt KünstlerInnen, die ihren vorgefertigten Weg bewusst verlassen haben um in den Irrwegen des künstlerischen Schaffens neue Formen und Bildsprachen zu entdecken! Die Arbeiten der Ausstellung reflektieren einen künstlerischen Prozess, der sich gezielt gegen den visuellen Mainstream oder die Strömungen seiner Zeit richtet(e).
Wo, wenn nicht in der Kunst, darf das Scheitern, das Wandern im Nebel des Ungewissen, der Bruch mit den Disziplinen, als einladende Aufforderung verstanden werden? Es sind genau solche KünstlerInnen, die in Zeiten der gleichgeschalteten CV’s und Ausstellungs-Looks die Mechanismen des Zeigens und Rezipierens von Kunst herausfordern. Aber eben nicht aus strategischen Gründen, sondern weil es vielleicht für jene KünstlerInnen die einzige Möglichkeit darstellt, mit sich und ihrer Arbeit weitermachen zu können.

Als alle Walker Evans American Photographs feierten und Bernd und Hilla Bechers Typologien den Objektivismus der Photographie bekräftigten, richtete John Divola (US) seinen Blick Richtung Minimal Art und Konzeptkunst und nutzte hierfür die Kamera als Rekorder seines Daseins. Auch andere Künstler in der Ausstellung wenden sich bewusst von ihren Meistern und Schulen ab oder mischen selbstverständlich gegensätzliche Materialien. James Nizam (CAN), der bei Jeff Wall studierte, greift in seine Bilder ein, schafft Illusionen, die dem Betrachter fremdartig und digital manipuliert erscheinen. Oder die Tuschezeichnungen auf Inkjet Prints von Sebastian Fritzsch: Ein Künstler, der zuerst erfolgreich Filme als Jungregisseur gedreht hat und nun seine Erfahrungen und Ängste aus dieser Zeit mit Hilfe der Tusche auf Papier überträgt. Fritzsch nutzt dabei vergrößerte Ausschnitte seiner Photographien, auf denen er florale und archaische Formen sowie Objekte malt. Oder Annika Kleist, Meisterschülerin von Astrid Klein an der HGB Leipzig, die auf ihren großformatigen, sorgfältig ausgearbeiteten Kohlezeichnungen unwiderruflich Gafferband verklebt.

Das Radikale in der kleinen Geste suchen. Den Bruch im Lebenslauf aufspüren. Für mich finden die spannendsten Geschichten zeitgenössischer Kunst in den Nischen und Fugen des Lebens statt, gestaltet von den Entscheidungen, die die KünstlerInnen für sich und im Umgang mit ihrem Werk jeden Tag aufs Neue treffen.   Text by Alesander Basile

Alexander Basile (1981) begreift Kunst als Zustand permanenten Verhandelns. Ob als Kurator oder als Künstler, Basile produziert Bilder! Die Rolle die er hierbei einnimmt, dient ihm jeweils als stützende Struktur und Blickpunkt. Ausgezeichnet mit dem Medienkunstpreis NRW in 2012 und dem Preis der new talents biennale 2014 bewegt sich Basiles Werk selbstbewusst zwischen Ausstellungsformaten wie z.B. VOM PHOTO in der Bundeskunsthalle Bonn und der gleichnamigen Ausstellung im Photomuseum Thessaloniki und eigenen künstlerischen Publikationen, Performance Lectures und Filmen. Seine letztes Ausstellungsprojekt DIE AUSSTELLUNG im KIT, Düsseldorf in Zusammenarbeit mit Alwin Lay und Mischa Kuball wurde im Verlag der Buchhandlung Walther König publiziert. Alexander Basile ist aktuell Jurymitglied der Videonale Bonn und künstlerischer Leiter des Projektraums SSZ Sued in Köln.

24.06.2016 - 01.09.2016