Schönheit !?

Kuratiert von Anne-Marie Bonnet

Stephan Baumkötter, Laurenz Berges, Karla Black, Ecke Bonk, Patrycja German, Michelle Grabner, Tamara Grcic, Alex Grein, Young-Jae Lee, Keti Kapanadze, Inga Kerber, Maik & Dirk Löbbert, Stefan Löffelhardt, Hannes Malte Mahler, Michaela Melián, Martin Pfeifle, Ivo Ringe, Heather Sheehan, Kiki Smith, Stefan Vogel

Eröffnung
12. November 2019, 19 Uhr

Einführung
Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet

Pressetext

Presse:
Bonner General-Anzeiger
www.rhineart.com

Talk I
17. Dezember 2019, 19 Uhr
Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet, Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn, Prof. Dr. Dr. Werner Gephart, Direktor des Käte Hamburger Kollegs „Recht als Kultur“ der Universität Bonn, Prof. Michelle Grabner, School of the Art Institute of Chicago, Künstlerin
Talk II
21. Januar 2020, 19 Uhr
Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet, Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn, Prof. Stephan Baumkötter, Hochschule für Künste Bremen, Künstler, Tamara Grcic, Künstlerin, Prof. em. Dr. phil., Lic. theol. Friedhelm Mennekes, Theologe, Prof. Dr. Rainer Schäfer, Institut für Philosophie, Universität Bonn

Schönheit !?

Schönheit ist Rätsel, Anreiz zur Suche, Ansporn, sensuelle und intellektuelle Herausforderung. Sie kann eine Versuchung, eine Falle sein, und ist doch der Prüfstein zwischen Sein und Schein. Sieht, fühlt, weiß oder kennt man sie? Sie kann gespürt, gehört, gelebt werden und wird vielfach instrumentalisiert. Spieglein, Spieglein an der Wand, sag mir: Was ist Schönheit in der Kunst?

„La possibilité du plaisir peut-être un commencement de beauté.“ (Die Möglichkeit des Vergnügens ist vielleicht ein Anfang von Schönheit.) sagte Marcel Proust. Die Schönheit als ein Versprechen: Wer verspricht sich was davon? Man begegnet ihr im Alltag und in der Natur. Wann und wie wird man ihrer gewahr? Wann lässt man sie zu, lässt sich auf sie ein? Wie viele Wege gibt es zur Schönheit? Ist es nicht eine Eigenschaft guter Kunst, unsere Sensitivität und Sensibilität neu zu kartographieren, neue Territorien des Denkens zu öffnen? Jean de Loisy, Kurator der Ausstellung ‚Schönheit‘ (Avignon, 2000): „La beauté est d’autant plus intéressante, plus vibrante et plus insolente, qu‘elle élargit notre champ des sensiblité et qu’elle ouvre des territoires nouveaux“ (Die Schönheit ist umso interessanter, vibrierender und unverschämter, je mehr sie das Feld unseres Empfindens erweitert und neue Gebiete eröffnet.)

Im Alltag (Werbung, Kosmetik) ist das Konzept ‚Schönheit‘ zugleich instrumentell aufgeladen und entleert. In der Welt der Kunst ist es seit dem 20. Jahrhundert, da zu klassisch, zu idealisiert, zu normiert, gleichsam tabu und letztlich eurozentrisch determiniert. André Breton sagte: „La beauté sera convulsive ou ne sera pas!“ (Die Schönheit wird konvulsiv sein oder nicht sein!) und traute sich noch, mit ihr zu argumentieren, allerdings nur, um sie gegen die Klischees akademischer Erwartungen von Idealität neu zu definieren.

Die Ausstellung ‚Schönheit!?‘ wagt nun doch erste künstlerische Anlässe, sich darüber auszutauschen, ob und, wenn ja, wie Bildende Kunst Schönheit zu verhandeln vermag.
Anne-Marie Bonnet

Unser besonderer Dank gilt Ecke Bonk für die künstlerische Gestaltung der Einladungskarte.

Dank an
Galerie Gisela Capitain, Barbara Gross Galerie, Jahn und Jahn, Aurel Scheibler, Galerie Anke Schmidt

13.11.2019 - 23.01.2020