Eröffnung Dienstag, den 19.5.2026 um 18 Uhr
Wir freuen uns sehr, ab dem 20. Mai neben der Ausstellung „Puzzle Solution – des Rätsels Lösung?“ von Ulrike Rosenbach auch die Ausstellung „I explode in silver waterfalls“ der 1948 in Leiden (Niederlande) geborenen Künstlerin Lydia Schouten präsentieren zu dürfen.
Wie Ulrike Rosenbach zählt auch Lydia Schouten zu den Pionierinnen der Performance-, Video- und Installationskunst. Schouten und Rosenbach begegneten sich bereits 1978 im Rahmen des Performance-Programms im Ludwig Forum in Aachen und sind seither in Kontakt geblieben. Beide Künstlerinnen setzen sich in ihren Arbeiten mit bestehenden Stereotypen von Weiblichkeit auseinander – wenn auch auf jeweils sehr unterschiedliche Weise.
Als feministische Vorreiterin kann Lydia Schouten auf eine über fünf Jahrzehnte umfassende internationale Karriere zurückblicken. Ihr Werk verhandelt zentrale Themen wie Identität, Einsamkeit, Gewalt und Missbrauch – Fragestellungen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben. Schoutens feministische Performances entsprangen zunächst einem persönlichen Bedürfnis: dem Gefühl der Einengung in einer Gesellschaft, die Frauen kaum Entfaltungsmöglichkeiten bot. In der Ausstellung sind frühe Videoarbeiten der 1970er- und 1980er-Jahre zu sehen, die diesen Ausgangspunkt nachzeichnen.
Ihre ersten Videos dokumentieren Performances wie Performance: Cage (1978) und I Feel Like Boiled Milk (1980). Ab den frühen 1980er-Jahren entwickelt Schouten zunehmend theatralische Videoinszenierungen, in denen sie selbst die Hauptrolle übernimmt. In Romeo is Bleeding (1982) etwa agiert sie als Femme fatale in einer bewusst künstlichen Fantasiewelt und reflektiert mit Humor und Ironie gängige Rollenklischees aus Cartoons, B-Filmen und Thrillern. Zwischen Parodie und Ernst behauptet Schouten darin weibliche Selbstermächtigung und unterläuft die Vorstellung von Abenteuer und Macht als männliche Domäne. Weitere Werke aus dieser Schaffensphase, darunter Split Seconds of Magnificence (1984) und Echoes of Death / Forever Young (1986), führen diese Auseinandersetzung fort.
Galerie Gisela Clement