Jens Kothe

Jens Kothe (Deutschland, 1985) lebt und arbeitet in Bochum und Düsseldorf. In seinem Werk untersucht er die „Körperlichkeit“ und Sinnlichkeit von Materialien und Gegenständen des Alltags wie leichte Stoffe, Fliesen, Glas und Holz. Er untersucht seine Umgebung, Objekte oder Körper, indem er Fotos macht, mit Ton modelliert oder Abgüsse von Körperteilen anfertigt, wobei er versucht, eine bestimmte Atmosphäre zu dokumentieren. Jens Kothes Objekte wirken wie Bilder, vor allem aber als „Gegenüber“. Die Objekte schaffen eine physische Präsenz im Raum, wodurch der Aspekt der Atmosphäre wieder an Bedeutung gewinnt. Bei aller Präsenz sind die Objekte zugleich fragmentartige Strukturen, die Spannung erzeugen – Spannung zwischen dem Blick des Betrachters, der nach Ganzheit strebt, und dem Bild, mit dem er konfrontiert wird. 

Jens Kothe präsentiert taktile Wandobjekte, die Anklänge an den menschlichen Körper, das physische Selbst, wecken. Man denke beispielsweise an die ovalen, runden Vertiefungen, die wie aus dem Bauch herausgeschnittene Bauchnabel wirken. Als wären sie vergrößerte Körperteile, sind Kothes Objekte in gedämpften, fleischigen Farben gehalten und weisen leicht gewölbte Oberflächen sowie sanfte Kurven auf, die geradezu danach verlangen, berührt zu werden. Gleichzeitig erinnern sie oft an vertraute Elemente des Alltags, wie zum Beispiel Bänke. Durch die Verwendung von Materialien, die eine gewisse Intimität hervorrufen, lädt der Künstler den Betrachter in eine private Atmosphäre ein. Obwohl seine Werke auf den menschlichen Körper verweisen, ist es niemals der menschliche Körper als Ganzes. Stattdessen ist der Körper fragmentiert und gefangen zwischen seinem organischen Ursprung und der industriellen Welt, in welcher der Körper funktionieren soll, und spiegelt so den Kampf des Menschen gegen die Maschine wider.

Artists

Galerie Gisela Clement